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Sommeraktion 2026 - Beitrag 11

Halleluja – das bedeutet Auferstehung und neues Leben für die Natur. Es grünte und blühte wie lange nicht mehr; der Frühlingsregen tat sein Bestes. Von Trockenheit keine Spur. Aber dann kam die Hitze viel zu früh; die Natur fing an zu vertrocknen, denn es regnete nie. Bei uns stehen nur Eimer und Kannen im Stau vor den Regentonnen, um das letzte Wasser zu den Tomatenpflanzen zu bringen.

Ich hatte es gut und musste an keinem Strand durch glühenden Sand zur Strandbar laufen, in der Sonne im Stau stehen, um Wasser und Eis zu kaufen. Ich hatte dafür Küche und Keller: in der Küche gibt es Tomaten und Käse, aus dem Keller kommt dann das Eis am Stiel, das ist schneller und kostet nicht viel. Alles geht mit in den Garten, denn ich muss ja auf den Regen warten. Ich glaube, der stand immer im Stau in den Wolken; wo die sich entladen, wusste auch der Wetterdienst nicht so genau. Ein- oder zweimal umkreiste ein kleines Gewitter den Garten. Wo sollte es mit dem Regen starten? Es war ja stolz auf sein Blitzchen und lauten Donner und scheuchte mich ins Haus; wusste aber nicht, wie das mit den Wolken ging; wie es eine dicke Wolke genau über unserem Garten platzen lassen sollte, wenn schon die Wetterfrösche das nicht konnten.

Das Schönste im Sommer hätte ich fast vergessen: ich habe ein Wunder erlebt, und das ist wahr: an einem heißen Sonntag stand Herr Klugmann einmal unerwartet selbst am Altar und konnte endlich in der kühlen Kirche, zwischen all den Terminen etwas Erholung finden. Ich sah ihn kurz die Augen schließen – nein, es war kein Sekundenschlaf; sicher wollte er, bei aller Andacht, nur den guten Messwein genießen.

Mittlerweile regnet es wieder öfter, aber für dieses Jahr fast zu spät und erweckt den Garten nicht mehr richtig. Also bleibt nichts Anderes übrig, als die Hoffnung aufs neue Jahr zu richten. Nach Kreuz und Tod kommt wieder Auferstehung und neues Leben überall. Halleluja.

Ursula Weber