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Sommeraktion 2026 - Beitrag 7

Erquickung in spe?

Lähmend und bleiern lag in diesen Juli-Wochen die Hitze fortdauernd über Stadt und Land. Selbst die Nächte schenkten kaum eine kurzfristige Erholung.

Die Ferienzeit ließ den Gedanken aufkommen, unplanmäßig das Nachbarland Niederlande zu besuchen, um zumindest alsbald Strand und Strandbar an erhofften kühleren Meeresgefilden zu genießen.

Radiomeldungen ließen diese Idee aber wieder rasch im Keim ersticken: Stau auf Stau auch gegen Norden stoppte jede diesbezügliche Aktivität.

Dennoch durfte man doch nicht einer Passivität in Gänze verfallen.

So entschloss ich mich spontan, mit dem Zug in eine rheinische Großstadt zu fahren, deren Stadtbild durch eine großartige Kathedrale der Hochgotik geprägt ist. Durchaus wissend um die Schwüle der Häuserschluchten - spendete die Domplatte, der Roncalliplatz, Gott sei Dank zumindest kurzzeitig ein laues, kühleres Lüftchen. Beim Betreten des Doms erklang von der "Schwalbenorgel" ein gregorianisches Halleluja. Vor dem Gero-Kreuz hielt ich inne. Könnte der "Decke Pitter" mit seinem gewaltigen Geläut nicht ausnahmsweise den lieben Gott bewegen, Regen und Kühle zu entsenden? Wohlwissend darf der aber ja nur zu wenigen Anlässen seine Stimme erheben. 

So verließ ich die Kirche in dem Bewusstsein, dass auch ein Schlückchen Messwein keine wirkliche Erfrischung geschenkt hätte.

Was blieb? In einem naheliegenden Brauhaus lieferten zwei, drei Kölsch angenehme lukullische Belebung.

Am Bahnhof noch ein Eis, da der Zug Richtung Viersen wieder einmal einige Minuten Verspätung hatte.

Erquickung in spe? Zumindest ein bisschen!

Bernd Korischem