„Ich ging im Walde so für mich hin“
– lautet der Beginn eines Liedes von Johann Wolfgang von Goethe 1813 –
„um nichts zu suchen, das war mein Sinn.“
„Ich ging im Walde so für mich hin
um Erholung zu finden, der Hitze zu entfliehen.
Ich fand keinen Strand, keine Strandbar, keinen Verkauf von Eis,
doch schattenspendende Bäume,– die raschelten leis.
Es gab keinen Regen, es gab keinen Stau, keine Wolke am Himmel, der war strahlend blau.
Und wie ich meinen Blick in die Ferne schickte
mein Auge ein Kapellchen mit einem Kreuz erblickte.
Ging darauf zu mit eiligem Schritt,
jubelndes Halleluja in mir schwang mit.
Wie lang war es her, dass ich gekniet am Altare,
den Messwein gereicht, als dienender Knabe?
So ging ich im Walde für mich hin,
hab wiedergefunden des Lebens Sinn.“
Rosemarie Korn-Schmitz