Wie sich Weltgebetstag der Frauen und Internationaler Frauentag unterscheiden
Auf gleich zwei bemerkenswerte Ereignisse weist der Kalender Anfang März hin: Auf den Weltgebetstag der Frauen am 06. und den Internationalen Frauentag am 08. März. Ersterer gilt als größte ökumenische Laienbewegung von Frauen, die ihren Ursprung in einem Gebetstag für die innere Mission in Amerika fand. In Deutschland organisierten am 06. März 1927 Methodistinnen den ersten Gedenktag dieser Art, der seitdem zu diesem Zeitpunkt jährlich wiederholt wird.
Nach dem 2. Weltkrieg stieg die Zahl der deutschen Konfessionen, die sich am Deutschen Komitee des Weltgebetstages beteiligten, beispielsweise die katholischen Frauenverbände ab 1970. Die Organisation obliegt in jedem Jahr einem anderen Land; in diesem Jahr hat Nigeria diese Aufgabe übernommen. Unter der Überschrift „Kommt! Bringt eure Last.“ (Matthäus 11,28-30) feiern die Menschen in rund 150 Ländern einen Gottesdienst, in dem auf die Situation in dem afrikanischen Land hingewiesen wird. Sie ist gekennzeichnet durch ethnische und religiöse Spannungen, die auch Armut nach sich ziehen. Viele Menschen dort erleben den Glauben als ihre einzige Quelle der Hoffnung. In der Pfarrgemeinde St. Cornelius und Peter findet ein Gottesdienst zum Weltgebetstag am Freitag, dem 6. März um 17:00 Uhr im Corneliushaus, Moselstraße 2, 41751 Viersen, statt, zu dem alle Interessierten (nicht nur die Frauen) eingeladen sind.
Die Kollekte ist für soziale Projekte in Nigeria bestimmt. An dieser Stelle sei daraufhingewiesen, dass sich der Weltgebetstag der Frauen im nächsten Jahr zum 100. Mal wiederholt und vom Internationalen Weltgebetstagskomitee ausgerichtet wird unter dem Motto: “Vereint im Gebet für Gerechtigkeit und Frieden”.
Im Gegensatz dazu trägt der Internationale Frauentag politische Wurzeln, denn er geht zurück auf die Forderung der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts nach Gleichberechtigung im Allgemeinen und dem Wahlrecht im Besonderen. Vielerorts versammelten sich die Frauen auf den Straßen und machten in Demonstrationen auf ihre Rechte aufmerksam. Besonders der Veranstaltung am 8. März 1917 in Petersburg kommt eine historische Bedeutung zu, denn die Frauen protestierten nicht nur in eigener Sache, sondern stellten sich auch gegen den Krieg und die daraus folgende Hungersnot. Arbeiter wichtiger Rüstungsbetriebe traten in den Streik und schlossen sich an, genauso wie desertierende Soldaten – die Februarrevolution in Russland hatte ihren Anfang gefunden.
Heutzutage haben Berlin und Mecklenburg- Vorpommern den Frauentag am 8. März zum Feiertag erhoben. In anderen Bundesländern sind es politische Organisationen oder private Gruppierungen, die an diesen Tag erinnern: Beispielsweise stellt die Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg lesenswerte Informationen zum Thema auf ihrer Homepage (https://www.lpb-bw.de/08-maerz-frauentag) zusammen. In Mönchengladbach findet am 9. März zwischen 16 und 18 Uhr eine Demonstration am Sonnenhausplatz statt. Ziel ist es, auf die widersprüchliche Situation aufmerksam zu machen, in der sich vor allem Frauen befinden: Einerseits leisten sie innerfamiliär den größten Teil der „Versorgearbeiten“, andererseits sind sie überdurchschnittlich häufig von Altersarmut betroffen.
Ute Hölter
