Beerdigungsdienst als Ausdruck des Glaubens an eine liebende Gotteskraft
Der Kanon der Sakramente begleitet den Lebenslauf eines Menschen und kann nur von einem Priester (oder Bischof) gespendet werden. Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass der Beerdigungsdienst nicht zu den Sakramenten gezählt wird, daher auch von Laien vorgenommen werden kann und sie damit das allgemeine Priestertum (1.Petr 2,5-9) eines pastoralen Raumes in einem wichtigen Lebensabschnitt – vielleicht auch von kirchenfremden – Menschen mitgestalten.
Maria Czurda erfüllt diesen Dienst schon seit Jahren gewissenhaft. Sie sagt: „Auch jetzt noch freue ich mich über meine Entscheidung –mich seit 2017 als ehrenamtliche Begräbnisleiterin hier in der Pfarre St. Cornelius und Peter zu beteiligen. Dabei hat mich der Gedanke, auch gerade auf diesem Wege das Wort Gottes zu verkünden, gereizt und geleitet. Besonders, weil ich mich leider an einige Beerdigungen erinnern musste, die ich wirklich nur belastend, trostlos und sehr traurig fand. Ganz banal ausgedrückt, kam der / die Verstorbene nur beim Vorlesen der Daten des Personalausweises bzw. Stammbuches oder kurzem Lebenslauf vor. Und damit ging die frohe Botschaft – für mich - nur in die Luft und nicht zu den trauernden Angehörigen des geliebten Menschen.“
Maria Czurda begegnet den Angehörigen erstmalig bei einem Trauergespräch, bei dem die Gestaltung der Trauerfeier im Mittelpunkt steht. Dazu berichtet sie aus ihrer Erfahrung: „Wichtig für die Gestaltung der Auferstehungsfeier ist für mich immer wieder das Gespräch mit den Angehörigen. Ja, es ist sogar die Grundlage. Hier versuche ich, sehr viel von dem Menschen zu erfahren, von dem sie sich jetzt verabschieden müssen, was ihn so ausgemacht hat – positive aber auch die belastenden Dinge.
Dabei denke ich immer auch an die, die vielleicht unter der Beziehung gelitten haben können. Natürlich will und kann ich nicht alles, was mir anvertraut wird, auch im Gottesdienst benennen. Durch den Austausch im Verlauf des Gesprächs bekomme ich ein buntes Bild von dem geliebten Menschen, den die Angehörigen verloren haben. Zum Beispiel wurde mir bei einer Begegnung zur Vorbereitung der Verabschiedung ein Fotoalbum gezeigt, in dem ich ganz viele Erlebnisse entdecken und Geschichten der Familie hören konnte, was zu einem sehr lebendigen Austausch führte.“
Auf dieser Grundlage entscheidet sich eine Begräbnisleiterin /ein Begräbnisleiter für eine geeignete Bibelstelle, die als geistliches Wort in der Trauerfeier verwendet wird und eine angemessene Würdigung der /des Verstorbenen.
Maria Czurdas konkretisiert das so: „Wichtig ist es mir, den verstorbenen Menschen in dieser Feier noch einmal in die Mitte zu nehmen, ihn / oder sie in Worten lebendig werden zu lassen.
Was war er/ sie für ein Mensch? Für Sie / für Dich?
Was hat ihn ausgemacht?
Was hat er den Hinterbliebenen an Werten vermittelt?
Wo war er/sie vielleicht sogar Vorbild. An was hat sie / er geglaubt, auf was gehofft?
Was möchte ich von ihr / ihm für mein Leben lernen?
Ich gebe auch den Anwesenden in einem Moment der Stille die Möglichkeit, sich an gemeinsame Geschichten und Erfahrungen zu erinnern.“
Ihre Rolle beschreibt sie folgendermaßen: „ Ich sehe meine Aufgabe als Begräbnisleiterin darin, in der Trauerfeier in unserer heutigen, lebendigen Sprache den Glauben an eine liebende Gotteskraft und die Botschaft der Auferstehung zu verkünden - Jesus hat uns in die Überwindung des Todes durch Gottes Liebe mit hineingenommen.“
Diejenigen Pfarrangehörigen, die Interesse haben, die Aufgabe der Begräbnisleitung zu übernehmen, nehmen an einem Vorbereitungskurs teil, der sie dabei unterstützt, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu meistern. Weiterführende Informationen sind im Pfarrbüro zu den Öffnungszeiten unter der Telefonnummer 02162 55409 erhältlich.
Maria Czurda/ Ute Hölter
