Die Kirche St. Cornelius erhält eine neues Lichtsystem
„Es werde Licht“ Das Licht ist für einen Architekten der wichtigste geistige Baustoff des Kirchenbaus. Eine Kirche dient dem Menschen zum Gebet, zur gottesdienstlichen Feier, zur Sammlung, zur Meditation, zur Begegnung. Diesen verschiedenen Aufgaben dient auch das Licht. Licht kann den Kirchenraum atmosphärisch aufwerten. Es geht also nicht nur um Helligkeit, sondern um das Zusammenspiel von Licht und Dunkel, von Farben und Raum – und natürlich auch ganz pragmatische Bedürfnisse, wie zum Beispiel der Lesbarkeit der Liedtexte.
Bei der Ausleuchtung der Kirche haben oft schon kleine Dinge einen großen Effekt. Der Mensch schaut gerne in den hellsten Bereich des Raumes. Daran muss sich eine Lichtführung auf jeden Fall orientieren. Die Orte des Geschehens wir Chor, Altar, oder Lesepult sollten besonders hell sein. Dies alles ist in unserer St. Cornelius Kirche nicht mehr optimal. Heutzutage kann Beleuchtung einfach mehr. Daher hat unser Kirchenvorstand nach vielen Beratungen den Entschluss gefasst, hier etwas zu ändern. Angebote verschiedenster Firmen wurden eingeholt. Die Firmen selber waren vor Ort und haben mit Beispielen im Kirchenraum und Präsentationen erläutert und vorgeführt, wie und was verändert erden kann.
Nun ist es soweit und der Umbau des Beleuchtungssystems geht nach langen Planungen endlich in die Praxis über. Ab dem 20.06.2025 soll dieser Umbau geschehen. Wegen der Beleuchtungsarbeiten in der Kirche kann es ab dem 23.06.2025 beim Kirchenbesuch zu Beeintächtigungen kommen. Evtl. ist die Kirche auch zeitweise geschlossen.
In dieser Zeit finden die Gottesdienste in der Woche nicht wie gewohnt in der Kirche statt, sondern in der Marienkapelle. Am Wochenende kann die Kirche wie gewohnt genutzt werden. Bitte achten Sie in dieser Zeit beim Betreten des Kirchenraumes darauf, ob in Ihrem Laufweg nicht doch etwas im Weg liegt. Die Arbeiten sollen am 11.07.2025 abgeschlossen sein.
Ab dann leuchtet die Kirche St. Cornelius wieder im neuen Glanz. Dies bedeutet, dass die neuen Leuchten dimmbar und einzeln ansteuerbar sind. Hinterlegte Lichtszenen wie Predigt, Andacht, Lesung oder Konzert, können abgerufen und intuitiv verändert werden. Das richtige Licht zur gewünschten Atmosphäre. Dem richtigen Licht kommt prinzipiell eine zentrale symbolische Bedeutung in der Theologie zu. Das Licht spielte schon im frühchristlichen Kirchenbau, dem Versammlungsort der Gläubigen, eine zentrale Rolle. Diese Bauten sind reich mit Fenstern versehen.
Gerade die christliche Basilika wird entscheidend durch ihr Beleuchtungssystem geprägt. Kirchen waren oft die einzigen Gebäude, in denen regelmäßig wohlriechende Bienenwachskerzen in großer Zahl zum Einsatz kamen.
Die Gotik seit dem 12. Jahrhundert führt den Einsatz des Lichtes in der Architektur zu einem Höhepunkt: Im Kathedralbau wird das steinerne Gerüst mit farbigen Glasfenstern gefüllt, die als leuchtende Wände mit ihren religiösen Bildthemen das göttliche Licht in vielfältiger Bedeutung variieren und damit den Transzendenzbezug der Kirche betonen. Im Kirchenbau der Renaissance und Reformationszeit ist das Licht in der Kirchenarchitektur erneut ein zentrales Thema: Jetzt erfüllt das natürliche Licht, durch klare Fenster einfallend, den Raum und weist auf die wunderbare, vollkommene Schöpfung Gottes hin, die im Tageslicht besonders eindringlich erlebbar wird.
In der ordnenden Raumkunst der Barockzeit sind auch die Lichtquellen künstlerisch eingesetzt. Sie sollen den Räumen Leichtigkeit und Weite geben. Die zum Teil lebhafte Farbigkeit oder auch die reine Weißfassung der Kirchenräume werden durch die jeweiligen Lichtverhältnisse verstärkt. Im Historismus des 19. Jahrhunderts kehrt man zu farbigen Verglasungen zurück, die den Räumen einen gedämpften, aber relativ hellen Gesamteindruck geben. Insbesondere die sichtbaren Fenster in den Altarräumen sind durchweg farbig, auch dann, wenn auf figürliche Darstellungen verzichtet wird, wie zum Beispiel in manchen reformierten Kirchenräumen.
Um 1920 setzt mit den modernen Tendenzen im Kirchenbau eine neue Haltung zur Glasmalerei ein, die sich auch intensiv mit der Lichtthematik auseinandersetzt. Diese expressionistische Interpretation des Kirchenraumes bleibt bis über die 1950er Jahre hinaus prägend. Seit den späten 1960er Jahren werden Gottesdiensträume errichtet, deren helle oder klare Verglasung erstmalig bis auf den Boden reichen kann, womit sie ein gewandeltes Verhältnis zur Außenwelt widerspiegeln.
Wir danken schon jetzt den Firmen Lucente, Herentrey und Fruhen für ihr Engagement.
