Kir­chen­bau­ver­ein freut sich über Spen­den

Seit Anfang des Jahres beherbergt die Pfarrkirche St. Cornelius weitere Kunstschätze: Zwei wertvolle, aus der Zeit des Barock stammende Ölgemälde erhielten nach aufwändiger Restaurierung ihren Platz im Chorraum der Kirche. Die entstandenen Kosten hat der Kirchenbauverein St. Cornelius getragen. Ute Hölter sprach mit den Initiatoren, Herrn Engbrocks und Herrn Klöckner:

Hölter: Herr Engbrocks, Herr Klöckner, Sie repräsentieren den Kirchenbauverein St. Cornelius. Können Sie sich vorstellen, dass heute noch Kirchen gebaut werden?

Klöckner: Ja, in Afrika …

Engbrocks: Ja, dafür plädiert u. a. auch der mir bekannte Jesuitenpater Wermter, der in dem totalitären Simbabwe tätig ist und dort bzw. in Südafrika die Bischofskonferenz berät. Sein Vorschlag ist, hierzulande Kirchen, die nicht mehr benötigt werden und auch anderweitig nicht bedenkenlos genutzt werden können, zu verkaufen, und den Erlös dort zu verwenden für dringende Kirchenbauprojekte - was gut klingt, aber nicht so einfach zu realisieren ist. Sehr zum Unverständnis der Menschen und auch der Seelsorger in Afrika.

Hölter: Herr Klöckner, Sie sagten, in der Restaurierung der Maria Immakulata steckt ganz viel Herzblut, denn sie hat für die Dülkener eine ganz besondere Bedeutung?

Klöckner: Zu Kriegszeiten, in denen man von Angriffen bedroht war, und hinterher in der Zeit der Besatzung haben die Dülkener fast tagtäglich den Weg in die Kirche gefunden, um dort zu beten und ihre Nöte zu Gehör zu bringen; es trug dazu bei, ihre Ängste zu nehmen. Maria war ja die Fürsprecherin beim Herrgott. Die Beziehung zur Kirche war damals eine ganz andere.

Engbrocks: Ja, wie gesagt, insbesondere zu Kriegszeiten. Wir in unserem Alter kennen ja noch die schlimmen Erinnerungen, wie vor Bombenangriffen ganze Familien in die Keller flüchteten und dort beteten: ‚Hilf ‘ Maria es ist Zeit, hilf ‘ Mutter der Barmherzigkeit‘. Wenn die Zeiten besser werden, gehen diese Gebete etwas unter. Nun, die schlechten Zeiten führten einfach dichter an diese Glaubensdinge heran.

Hölter: Welche anderen Projekte konnten in den vergangenen Jahren mithilfe der Unterstützung des Kirchenbauvereins realisiert werden?

Klöckner: Bei Beginn unserer Tätigkeit im Januar 2003 waren fünf Holzstatuen (seit ca. sieben Jahren) noch beim Restaurator, Herrn Fuchs. Obwohl auch mit Landesmitteln (LVR) gefördert, haben wir ‚schwer trommeln‘ müssen, damit der Restaurationsprozess in Gang kam: Das waren die Figuren unter dem Turm. In der Folge wollten wir etwas gegen die ‚katholische Krankheit‘, das Knieen, tun. Die Firma Moors nannte das günstigste Angebot und konnte sofort anfangen. Bei den Arbeiten stellte sich allerdings heraus, dass an den Klappscharnieren einiges erneuert werden musste. Die Polsterung auf den Kniebänken hat großen Anklang gefunden und bewirkte dann für den Kirchenbauverein einen Anstieg der Mitgliederzahlen, auch von Firmen kamen größere Beträge. Das war 2009. In 2010 haben wir uns einiger Priestergewänder und einer Vortragsfahne angenommen; Paramentenstickerei ist aufgrund der hochwertigen Handarbeit und der teuren Materialien sehr kostspielig. Dies hat uns etwa ein Jahr beschäftigt.

Die Zunahme der zahlenden Mitglieder versetzte uns in die glückliche Lage, ein Großprojekt durchführen zu können, die Restauration der Madonna. Kostenpunkt: Etwa ein Mittelklassewagen. Dann tauchte eine renovierungsbedürftige KAB- Fahne auf, die wir auch würdigen wollten. So konnte Herr Nellen ein erforderliches, speziell geschmiedetes Untergestell anfertigen.

Wir haben uns dann zweier wertvoller Leinwandölgemälde, ‚Simeon im Tempel‘ und ‚Kreuzabnahme‘, beide aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, angenommen. Sie boten zunächst erschreckende Momente: Sie waren verbeult, verzogen und stark verdreckt. Als die Rahmen heruntergenommen wurden, konnte man sehen, dass die Leinwand auf der Rückseite zusammengenäht worden ist – schlimmer noch, es waren teilweise richtige Lappen daraufgeklebt. Dies löste bei uns den Wunsch aus „das kriegen wir wieder hin“. Der Restaurator, Lutz Sankowsky aus Euskirchen, hatte sich durch die Madonna selbst empfohlen. Drei Jahre haben wir dann gebraucht, auch wegen diverser Auflagen der Sponsoren. Anträge an Behörden laufen üblicherweise ein Jahr, man kann auch nicht anfangen, bis etwaige Zusagen dieser Stellen offiziell erteilt sind. Die Restaurationszeit erstreckte sich insgesamt über drei Jahre; Kostenpunkt: etwa ein Luxusauto. Aber als die Bilder dann im Chorraum hingen, hat uns sehr verblüfft, was der Restaurator aus ihnen hat rausholen können!

Schon während der Laufzeit dieses Projektes entstand die Idee, sich des Marienportals anzunehmen. Allerdings haben uns die Summen, die nun im Raum stehen, bescheiden werden lassen.

Hölter: Es gibt in der Kirche einen Raum, in dem wertvolle Objekte noch darauf warten, in neuem Glanz wieder das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken.

Klöckner: Nun, momentan sind wir mit der Umgestaltung des Marienportals vollauf beschäftigt, dies wird sicherlich noch zwei Jahre in Anspruch nehmen. Darüber hinaus ist derzeit noch kein Projekt angedacht. In diesem Stauraum rechts neben der Orgelbühne gibt es noch eine Statue Gottvater und verschiedene Heilige, zudem auch sieben Figuren, die eine monumentale Größe aufweisen.

Engbrocks: Als Beispiel für diese Größe kann das Kreuz (mit Korpus) über dem Altar dienen. Damals hatte Pfarrer Thoma die Geldgeschenke, die ihm zu Beginn seiner Amtszeit überreicht wurden, für die Restauration der Christusfigur gestiftet. Dieser sehr lädierte und lange Zeit ungünstig gelagerte Korpus konnte auf diese Weise vor dem Verfall gerettet und auf einem neuen Kreuz bestens platziert werden.

Klöckner: Vom LVR genehmigt, hatte es auch ein Angebot gegeben, Studenten von der Kunstakademie an ca. 8–10 Tagen einzusetzen, um die Skulpturen zu säubern; leider war ein Transport der großen Figuren hinunter in die Kirche über die schmale Wendeltreppe und ohne maschinelle Unterstützung nicht möglich. Fraglich ist, wie die Figuren in diesen Raum überhaupt hinaufgekommen sind …

Hölter: Welche Gruppierungen unterstützen Sie in Ihrer Arbeit finanziell?

Klöckner: Wir haben, ausgehend von 2003, die Mitgliederzahl um ca. 100 aufstocken können. Dies ist uns auch aufgrund von drei Aktionen mit jeweils 4.200 Briefen (also insgesamt 12.600) gelungen. Auf gezieltes Nachfragen hin erhielten wir auch größere Einzelspenden. Auch einzelne Arbeitskreise der Pfarrgemeinde bedenken uns mit Spenden.

Übrigens, die Bankverbindung des Kirchenbauvereins lautet: IBAN DE 41 32050000 0059 216 937, BIC SPKRDE 33 XXX.

Selbstverständlich stellt der Kirchenbauverein auch Spendenquittungen aus.

Engbrocks: Wie bereits erwähnt, liegen erste Überlegungen und Planungen des Kirchbauvereins zur Neugestaltung des Marienportals vor. Unterschiedliche Stellen, auch die Untere Denkmalschutzbehörde, müssen allerdings noch ihre Zustimmung geben. So warten wir auf grünes Licht, dieses sicher allseits geschätzte Vorhaben realisieren zu können.