Taufpaten gesucht

2005 gab es nach der Statistik des Bistums Aachen insgesamt 102 Taufen in den damals noch eigenständigen Pfarren der heutigen Pfarrei St. Cornelius und Peter. In den Jahren 2010 bis 2015 waren es in der neuen Pfarrei durchschnittlich 90 Taufen. In diesem Jahr (Stand Ende Oktober) haben bereits 58 Täuflinge das Sakrament erhalten. So sehr sich alle Beteiligten über die Ankunft und die Tauffeier des neuen Erdenbürgers freuen – manchmal trübt ein kleiner Wermutstropfen das neue Glück: Die junge Familie kann keine Taufpaten ausfindig machen.

Taufpaten haben die Aufgabe, dem Kind als Vorbild für ein christliches Leben zu dienen und Orientierung zu geben. Die kirchenrechtlichen Voraussetzungen für das Patenamt sind im kanonischen Recht (Codex Iuris Canonici, 872- 874) geregelt. Sie sehen unter anderem vor, dass es ein bis zwei Paten geben soll, von denen einer männlich und einer weiblich sein soll. Üblicherweise ist ein Pate mindestens 16 Jahre alt und katholisch. Darüber hinaus muss er selbst die Sakramente der hl. Kommunion und der Firmung empfangen haben. Wenn ein katholischer Pate existiert, kann auch ein Getaufter einer anderen christlichen Gemeinschaft bzw. ein Angehöriger der orthodoxen Ostkirche sogenannter „Taufzeuge“ sein.

Es kann also vorkommen, dass ein Pfarrer jemanden ablehnt, der Taufpate werden möchte und selbst nicht gefirmt ist. Die Firmung bestätigt die Festigkeit im Glauben, die der Pate mitbringen muss, wenn er den Täufling auf seinem Lebensweg im christlichen Sinne wohlwollend begleitet.

Die Schwierigkeit, Firmpaten zu finden, kann für eine Familie nicht nur darin begründet liegen, dass es keine Freunde und Verwandten gibt, die die kirchenrechtlichen Bedingungen erfüllen oder aber kein Interesse und Bereitschaft für diese Aufgabe mitbringen. Manchmal sind potentielle Paten schlichtweg zu einem früheren Zeitpunkt aus der Kirche ausgetreten. Bei vielen Menschen ist jedoch der emotionale Draht zur Kirche nie endgültig durchtrennt worden und durch das angetragene Amt kann der einstmals gefasste Entschluss erheblich ins Wanken geraten. In diesem Fall kann die Rückkehr zur katholischen Kirche für Taufpaten und Täufling eine sinnvolle Lösung darstellen: Denn derjenige, der getauft wurde, bleibt immer Teil der christlichen Gemeinschaft und kann recht unkompliziert wieder offizielles Mitglied einer Kirchengemeinde werden, zumal sich jede Pfarre über Neuzugänge freut, sei es in jungen oder reiferen Jahren.

Sollten Sie Fragen zum Amt des Taufpaten bzw. der Taufpatin, zum Nachholen von Sakramenten oder zum Wiedereintritt in die katholische Kirche haben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an das Pfarramt in St. Cornelius; die Kontaktdaten finden Sie hier.


Text: Ute Hölter l Foto: Christof Thissen